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erlöst

Manchmal spüre ich mich an einer Grenze stehend und finde nur noch Dreierlei, das mich in dieser Welt hält. Es ist dieses nur ein Schimmer einer Ahnung: Wenn ich auch diese Sehnsüchte gelebt hätte, alle Beziehungen geklärt, meine Aufgaben und Aufträge erfüllt und alles Alte in mir vergeben hätte, dann wäre ‹ich› frei und nichts und niemand könnte mich mehr fesseln oder binden.

Möchtest du wirklich heute schon erlöst sein?

Eines tiefen Tages fand ich eine Entscheidung:

Nein. Ich möchte mich noch einmal verbinden und einlassen.

Der Tropfen und das Meer (Geschichten zum Vorlesen Nr. 10)

Ich falle vom Himmel. Bin am Boden angekommen. Andere sind um mich. Ich verbinde mich mit ihnen. Bewege mich ein Stück. Wir kommen ins Stocken. Andere kommen nach, gemeinsam geht es weiter. Wir bilden ein kleines Meer für uns. Viele verlassen es, die Pfütze wird kleiner. Bis auch ich von der Sonne emporgehoben werde. Eine Ahnung sagt mir, dass es das Meer wirklich gibt und dass es unendlich groß ist.

Immer wieder falle ich vom Himmel. Mal liege ich allein auf einem Blatt. Mal kommt ein zweiter und dritter hinzu. Mal gehe ich direkt wieder auf und mal gelange ich in die Tiefe. Es ist gut für mich, in die Tiefe zu gelangen. Hier vergehe ich nicht so schnell und es gibt Wege. Doch viele sind von Menschen gemachte Systeme, die mich nicht zum Meer bringen. So fliege ich im hohen Bogen mit vielen anderen aus dem Ende eines weichen Rohres und vertrockne erneut zwischen flach geschnittenen Grashalmen.

Sehr lange bin ich nun schon unterwegs. Treffe immer wieder einzelne, die behaupten, im Meer gewesen zu sein und ein Strahlen, das von ihnen ausgeht, zeugt davon. «Auch vom Meer kann die Sonne dich erneut auf die Erde holen», sagen sie, «um anderen von ihm zu berichten.»

Ich erkenne, dass diese Inkarnation eine Chance ist. Sehr viele sind um mich. Das Fließen ist zwar immer wieder angehalten, doch es stockt nicht mehr ganz. Der Strom wird breiter. Glück erfüllt mich. Turbulenzen und Abenteuer kommen, doch ich bin verbunden mit dem einen Strom. Nichts kann mich mehr abhalten, denke ich. Übermütig stürze ich mich in die Fluten hinab, steige weit hinauf und lande auf dem Boden! Erschrocken liege ich. Viele liegen um mich. Die Sonne erscheint über mir. Erneut nimmt sie mich auf.

Ich bin in einem Kreislauf, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Immer und immer wieder holt mich die Pumpe an den Anbeginn zurück. Es wird Winter und die Pumpe ist ausgestellt. Sehr lange liege ich erstarrt an der Oberfläche. Bis die Sonne uns schmilzt. Wieder steige ich auf.

Dieses Mal bleibe ich in der Mitte des Fließens. Es ist klein, oftmals schwach und es gibt viele Fallen und Abzweige. Ich wehre mich gegen die Verlockungen der Seitenbecken. Stürze oftmals hinab, doch behalten diese Male meine Wachheit und verlasse den Strom nicht mehr. Er mündet in einen breiten und dieser wieder in einen breiteren. Ich fließe still mit vielen. Erhabenheit breitet sich in mir und um uns aus. Eine Ahnung, dass dieser Strom ein wirklicher ist. Ein Vertrauen: Dieses Mal wird uns nichts mehr fangen können.

Das Strömen ist stark und breit. Immer wieder kommen neue Einflüsse hinzu. Immer wieder wirbelt mich etwas durch. Doch die Ablenkungen des Ufers sind fern.

Unser Fließen wird gerade und stetig. Stille kehrt ein, keiner sagt mehr ein Wort. Ergriffenheit ist alles, was wir noch wahrnehmen. Vor uns die Öffnung. Wir treten ein in einen Raum, der weiter ist als alles, was ich je erfahren habe. Unendlich. Voller Leben. Voller Tiefe. Das Licht der Sonne scheint in den weiten Raum hinein. Sie winkt mir zu! Sie wird mich nicht mehr hinausheben. Denn ich bin Teil geworden. Ein einziges Wogen. Ich löse mich auf…

PS: Auch ‹Erlösen› ist eines der Worte mit der Vorsilbe ‹er›, siehe auch Anmerkung zum ‹Erleben›. ‹Erlösen› bedeutet im Ursprung: «das Göttliche in dir löst sich». Ist das mir bekannte Leben und ‹die Welt› eine Schule, die ich eines Tages abschließe und verlasse? Wohl kaum eine Frage ist tiefer: Von was genau löse ich mich, wenn ich in das eine Leben zurückkehre? Oder ist Erhabensein und Erlösung nur Traum und Illusion??

gelöste Verpflichtung Trennstrich senkrecht E, Tusche Gewahrsein Trennstrich senkrecht D, Tusche Verbundenheit Trennstrich senkrecht C, Tusche Lebensschule Trennstrich senkrecht A, Tusche Weglosigkeit

veröffentlicht am 3.6.2016, letzte Änderung am 19.11.2016 um 9:30 Uhr

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